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  • Writer's pictureBianca Meusburger-Waldhardt

Dankbarkeitspraxis Wintersonnenwende - Frühlingssonnenwende Teil 2: Dankbarkeit & Fehler

In meinem Empfinden bringt die Entwicklung einer positiven Fehlerkultur Weite und Erleichterung ins Leben. Zu lernen, wie man „lustvoll scheitert“, ist in höchstem Ausmaß gesund (und in meiner Wahrnehmung dauert dieser Lernprozess so lange wie das Leben… zum Glück, es wäre ja total unbefriedigend, wenn man damit jemals „fertig“ wäre) ☺️ 

Widerstand gegen Fehler und Scheitern bedeutet, Widerstand gegen das Leben an sich zu hegen. Leben ist Spiel (im ursprünglichsten Sinne), Spiel ist Versuch und Irrtum. Der globalisierte Fokus - ganz pauschal gesagt - scheint zur Zeit auf obsessivem Wachstum und erzwungener Optimierung zu liegen. Dankbarkeit - eben und gerade auch für Fehler - ermöglicht es, leichter aus schädlichen Vergleichen auszusteigen. Meist vergleichen wir uns mit anderen, wenn wir im Mangel sind (etwaige Ausnahmen: Situationen des bewussten und angestrebten Vergleichs wie zB sportlicher Wettkampf). Dankbarkeit wiederum stellt ein „Gegenmittel“ zu Mangel dar: Wenn man den Fokus in Dankbarkeit auf das bereits Vorhandene legt, schwindet die Konzentration auf den Mangel. Vergleich aus Mangel führt oft zu Frust, und Frust ist der Nährboden für Gewalt gegen sich selbst und andere. 


Wo beginnt man, wenn man eine positive (lustvolle) Fehlerkultur entwickeln möchte? Eigentlich geht es - aus meiner Sicht - dabei vor allem ums bewusste und möglichst urteilsfreie (auch da hilft Dankbarkeit) Erkennen von dem, was gerade ist. Was passiert in mir, wenn ich einen Fehler mache? Wie gehe ich dann damit um? Welche Prägungen oder Programme werden in mir aktiv? Welche meiner Gedanken könnten reale Konsequenzen sein, welche sind schiere Horrorszenarien im Kopf, die zwar niemals stattfinden, dennoch aber das gesamte Hormonsystem aus dem Gleichgewicht bringen und das Nervensystem in Aufregung versetzen? Sind meine Aktionen der „Fehlerbehebung oder -wiedergutmachung“ angemessen oder übertrieben? 


Und wenn ich etwas für mich erkannt habe… was wäre ein nächster möglicher Schritt? Aus dem Erkennen folgt die klare Absicht: Wie will ich ab jetzt denken, fühlen und handeln, wie in der fehlerhaften Situation (re)agieren? Bestimme klar in dir, wie du ab sofort vorgehen möchtest… und wenn es dir misslingt, ist das ein Zeichen dafür, dass du ein Mensch bist ☺️ In diesem Fall: Beim Ziel bleiben, aber bisher gegangene Wege überprüfen und gegebenenfalls neue suchen. So kultivierst du nach und nach deinen Umgang mit Fehlern. 


Wenn du in Bezug auf Fehlerkultur einen unerwünschten Aspekt erkennen kannst in deiner Reflexion, dann lasse dort Dankbarkeit liebevoll hinfließen… denn irgendwann konntest du dir genau so am besten helfen. Irgendwann hat dich vielleicht Perfektionismus durch eine heikle Zeit getragen, war die Horrorshow im Kopf die Warnleuchte, die dich den richtigen Weg nehmen hat lassen. Und wenn du das nächste Mal einen Fehler machst, dann kannst du ja eventuell Ausschau halten nach der Lust am Nicht-Perfekten… nach der Dankbarkeit dafür, und dann einen neuen Weg des Verhaltens einschlagen. Am Anfang fühlen sich neue Verhaltensweisen oft sperrig und ungelenk an, weil das Gehirn erst die dafür notwendigen Verbindungen erschaffen und befunken muss (Neurosignaturen). Die Lust steckt im „Trotzdemtun", in der Feststellung, dass es jedes Mal ein bisschen leichter geht und somit in der Wahrnehmung, dass man die eigenen Reaktionen auf Fehler zu einem großen Teil selbst in der Hand hat. Yeah 😊


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